Deutscher Amateur-Radio-Club e.V Ortsverband Husum M04
Faszination Radiosonden,Ballonjäger und Wetterlauscher
Mit zunehmender Höhe wird der Ballon durch den abnehmenden Luftdruck immer praller und platzt schließlich, da sich das Gas im Innern auf ein Vielfaches des Volumens am Boden ausgedehnt hat. Nun beginnt die Sonde wieder zur Erde zurück zu fallen. Damit sie nicht einfach auf den Boden prallt, ist sie oft mit einem kleinen Fallschirm ausgerüstet. Manche Menschen machen sich den Spaß und die Mühe, die in der Luft befindlichen Sonden zu verfolgen und nach Herunterfallen möglichst aufzusammeln. Teilweise kommt es zu regelrechten Kopf-an-Kopf-Rennen dieser sogenannten Sondenjäger. Für die Sondenjagd ist ein gutes Wissen rund um Funk und Richtfunk hilfreich, denn hier gibt es viele Schwierigkeiten (Reflexionen der Funkwellen an Bäumen, Gebäuden etc
Die Radiosonden senden im Frequenzbereich zwischen 400 u. 406 Mhz in der Betriebsart FM-Narrow. Dort sind sie jeden Tag gut zu empfangen. Selbst mit einer einfachen Rundstrahlantenne sind die Signale sehr laut. Bessere Ergebnisse erzielt man allerdings mit einer kleinen Richtantenne die sich gut per Hand oder auf einen kleinen Fotostativ ausrichten lässt. Bei uns in Schleswig Holstein z.b jetzt im Sommer um 13:00 Uhr Ortszeit auf 402,5 Mhz
Eine typische Wettersonde mit Sensoren und GPS Antenne
Eine gefundene Wettersonde mit Sensoren und GPS Antenne
Bilder einer Sondenjagd
Berechnung einer QF-Antenne um Wettersonden zu empfangen
Eine Radiosonde dient der Meteorologie zur Messung von Parametern der Atmosphäre in großen Höhen bis zu 35 km über NN (Stratosphäre). Sie wird von einem Wetterballon getragen. Messfühler an der Radiosonde messen Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit während der Ballon in die Höhe steigt. Periodisch werden die gesammelten Daten per Funk (in Deutschland bei ca. 400 MHz) an die Bodenstation gesendet. Per Radar kann die Position einer Radiosonde bestimmt werden, dies ist hilfreich um die Windrichtung der Höhenwinde zu bestimmen, die wiederum bei der Wettervorhersage immens wichtig ist. Die Sonde trägt dafür einen wegen des geringen Gewichts aus mit reflektierender Folie beschichteter Pappe bestehenden Radarreflektor, der die ausgesendeten Funkwellen wieder zurückwirft und damit Rückschlüsse auf die Position zulässt. Aktuelle Radiosonden nutzen zur Positionsbestimmung allerdings einen GPS-Empfänger, dessen Rohdaten per Funk übertragen und an der Empfangsstation in die Position umgerechnet werden. Andere moderne Radiosonden arbeiten mit einem vollständigen GPS-Empfänger, dessen aufbereitete Positionsdaten direkt gesendet werden. In Deutschland wird in der Regel alle 12 Stunden an jedem Sondenstartpunkt (ca. 10 in Deutschland, 2 davon von der Bundeswehr) eine neue Sonde in den Himmel geschickt, die vorhergehende Sonde ist zu diesem Zeitpunkt zumeist nicht mehr aktiv, also bereits am Boden. Damit die Sonde überhaupt fliegen kann, wird ein schlaff gefüllter großer Helium - oder Wasserstoffballon daran befestigt.
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